„Zuerst waren wir wegen des Bahnhofs skeptisch!“

Seniorenpflegeeinrichtung Lotti-Tonello-Haus am Lübecker Hauptbahnhof feiert 20. Geburtstag.

Im September 2002, vor 20 Jahren, wurde im Lübecker Schützenhof die Seniorenpflegeeinrichtung Lotti-Tonello-Haus eröffnet. „Wir waren das zweite Gebäude, das hier in dem damals neu entstehenden Stadtquartier gebaut wurde“, erinnert sich Manuela Zastrow-Behrendt, die heutige Einrichtungsleitung. „Alles andere um uns herum lag noch brach.“ Zastrow-Behrendt war bereits vor 20 Jahren dabei und hat schon an den Planungen des neuen Hauses mitgewirkt. „Wegen der Bahnhofsnähe waren wir aber erst skeptisch, ob der Standort wirklich gut geeignet ist“, meint Klaus Hutzler, Mitarbeitender in der Pflege. Auch er war 2002 schon an Bord und erinnert sich gut an die Bauphase und den anschließenden Umzug. „Am Ende ist unser Lotti-Tonello-Haus in nur zwölf Monaten fertiggestellt worden“, meint er. „Das ist heute doch kaum vorstellbar!“

Hintergrund: Die Vorwerker Diakonie hatte zur Jahrtausendwende begonnen, nach einem neuen Standort zu suchen. Denn die Seniorenpflegeeinrichtung Haus Bethanien war in die Jahre gekommen und sollte ersetzt werden. „Dort war es sehr eng, es gab nur Gemeinschaftsbäder und im Winter zog es fürchterlich durch die einfach verglasten Fenster“, so Hutzler. Deswegen sind die Mitarbeitenden und auch die 54 Bewohnerinnen und Bewohner 2002 gerne in den Neubau gewechselt. „Den Umzug hatten wir generalstabsmäßig geplant, das lief wie am Schnürchen.“

Heute bildet das Lotti-Tonello-Haus den Mittelpunkt des mittlerweile gewachsenen Quartiers am Schützenhof. „Wir haben eine enge und ganz herzliche Beziehung zu den Nachbarn“, sagt Zastrow-Behrendt. 2014 und 2015 wurde das Haus konzeptionell weiterentwickelt und erweitert. Seitdem verfügt es über 109 Pflegeplätze und ein großes Restaurant, dem Treffpunkt im Haus. Über 100 Mitarbeitende sind am Standort tätig. Zum 20. Geburtstag hat die Einrichtungsleitung eine ganze Reihe von Aktionen geplant. „Wir feiern eigentlich vier Wochen am Stück.“

Was aber wurde aus der anfänglichen Skepsis wegen der Bahnhofsnähe. „Die ist schnell verflogen“, meint Hutzler. „Insbesondere seitdem die Bahn elektrifiziert ist, hört man sie kaum noch. Aber schon vorher waren die Zimmer mit Blick auf den Bahnhof die beliebtesten – bis heute. Denn dort gibt es immer was zu sehen.“

 

Übrigens: Benannt ist das Haus nach Lotti Tonello. Sie war selbst in der Pflege tätig – bis in die 60er Jahre im Haus Bethanien, der Vorgängereinrichtung des jetzigen Lotti-Tonello-Hauses. „Die letzten beiden Jahre im Haus Bethanien war ich bereits Pflegedienstleitung“, so Zastrow-Behrendt. „Und dort habe ich an dem Schreibtisch gearbeitet, an dem Lotti Tonello auch schon gesessen hat.“

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Vor dem Lotti-Tonello-Haus: Manuela Zastrow-Behrendt (re.) und Klaus Hutzler.