Geschichte der Vorwerker Diakonie
Eine Idee schlägt Wurzeln
Anfang des vergangen Jahrhunderts trafen sich in Lübeck regelmäßig engagierte Bürger in der "Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit" zum Gedankenaustausch. Im Herbst 1901 hat der Hilfsschullehrer Johann C. H. Strakerjahn dort ein Thema nicht nur mit besonderen Engagement vorgetragen, sondern auch die anderen Mitglieder überzeugt: Menschen mit geistiger Behinderung seien zu fördern, eine "Anstalt" sei in Lübeck zu gründen. Die Idee "Vorwerker Diakonie'" war geboren.
Zwei Jahre später wurde der "Verein zur Fürsorge für Geistesschwache" gegründet mit Senior Leopold F. Ranke als Vorstandsvorsitzendem und Strakerjahn als Vorstandsmitglied. Im Juni 1906 schlug dann die Geburtsstunde der Vorwerker Diakonie. Sechs "Zöglinge" zogen in die neue Lübecker "Idiotenanstalt" in der Klosterstraße 10. Dort schnell zu klein geworden wurde 1913 neu gebaut - auf dem Gelände an der Triftstraße in Lübeck-Vorwerk.
Merkmal Pädagogik
Die Arbeit in der Vorwerker Einrichtung war von Beginn an pädagogisch bzw. heilpädagogisch orientiert. In seinem 1901 gehaltenen Vortrag sagte Strakerjahn: "Nur in einer besonderen Anstalt können diese Unglücklichen sachkundig behandelt, nach ihren Gaben und Kräften beschäftigt, vor Lieblosigkeit und der oft berechtigten Scheu ihrer Mitmenschen bewahrt und vor dem Gespötte Böswilliger geschützt werden." So wurde jedes Kind mit seiner Persönlichkeit angenommen und seinen individuellen Fähigkeiten entsprechend gefördert.
Vorwerk entwickelt sich
Draußen in Vorwerk entwickelt sich die Einrichtung zunächst unter dem Namen "Kinder- und Pflegeheim Vorwerk", später "Vorwerker Diakonie" zu einem großen Behindertenhilfeträger, der - immer und bis heute - in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle eingenommen hat. In den siebziger Jahren erfolgt die staatliche Anerkennung der "Paul-Burwick-Schule", in den frühen achtziger Jahren entstehen die Vorwerker Werkstätten. Mit der Gründung der Vorwerker Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 1987 wird die Einrichtung neben der Behindertenhilfe erstmalig auf einem weiteren Arbeitsgebiet tätig.
Aus zwei wird eins
1997 verschmolzen die Diakonischen Heime des Diakonischen Werks Lübeck e. V. mit den "Vorwerker Heimen". Der neue Name des Vereins: VORWERKER DIAKONIE e. V. Seit diesem Tag engagiert sich die Einrichtung auf nahezu allen sozialen Arbeitsfeldern: Alten-, Behinderten-, Jugend-, Resozialisierungs- und Suchtkrankenhilfe sowie Hilfen für psychisch Kranke. Seit Frühjahr 2000 heißt die Gesamteinrichtung mit all ihren Aufgabengebieten "Vorwerker Diakonie". Der rechtliche Name bleibt unberührt.
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